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Freiheit für Iran

Aufkleber "Fee Iran"
Aufkleber "Free Iran"

Ein Gastbeitrag von Justin Kyewski zum Kampf um Frauenrechte im Iran

Ich bin jetzt eine Zeitlang für die Frauenrechte im Iran auf Demonstrationen und in den Socialmedia-Plattformen aktiv. Nochmals vielen Dank an alle Demonstrant*innen, die auf den Demonstrationen weltweit teilnehmen. Es ist grauenhaft, was im Iran gerade passiert, Frauen, die frei entscheiden wollen, ob sie morgens mit einem Kopftuch oder ohne aus dem Haus gehen, werden auf offener Straße seit über 40 Jahren von der Glaubenspolizei beleidigt in die Ecke gedrängt und geschlagen. Es gibt Giftgasanschläge auf Mädchenschulen, vermutlich von denselben Akteuren wie die, die dafür sorgen, dass Menschen, die kein Kopftuch tragen oder diejenigen, die sich dafür einsetzen, dies frei entscheiden zu können, in Haft geraten, dort misshandelt oder sogar zum Tode verurteilt werden, obwohl die Frauen dieses Recht im Iran schon vor 44 Jahren hatten.

Bei uns in Deutschland darf die Frau seit 105 Jahren wählen gehen, noch ein ganzes Stück länger darf sie zur Schule gehen. 1542 rief Martin Luther mit seiner Reformation die Schulpflicht für Jungs und Mädchen aus, kurz drauf entschieden sich die ersten Herzöge, dies umzusetzen. Trotz all dessen hat der Bundestag 2023 eine Frauenquote von gerade einmal 35 %, in der vorherigen Legislaturperiode waren es sogar nur 31 % und belegte damit Platz 42 von 188 Parlamenten weltweit. Da ich Musik produziere, habe ich jetzt gerade noch eine Statistik. Der Anteil der Frauen unter den Musik produzierenden liegt gerade einmal bei 2,6 % weltweit und ich kann mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass es in Deutschland nicht viel besser aussieht. Es ist ein Kampf, bei dem sich alle schon seit hundert Jahren durch Demos und Fordern von Frauenrechten hätten engagieren können und es ist ein ganz wichtiger Teil unseres Alltags. Denn der Grad der Freiheit der Frau bestimmt den Grad der Freiheit aller. Stattdessen belegt sich der deutsche Gesetzgeber seit geraumer Zeit selbst mit Frauenrechten und schiebt Debatten in Sachen Gleichstellung vor sich her, während dessen er eben so durchs Wegschauen weltweit die Mullahs, die Taliban, die Scharia oder etwaige Glaubensführer unterstützt, diese Rechte durch Zwangsheirat, Kinderrehen, Beschneidung und Kopftuchzwang niederzuschmettern. Die Politik versucht gerade schwächelnd
einzugreifen und beschließt Sanktionspakete, die noch nicht mal die Regierung oder die Glaubensführer treffen, sondern eher die breite Bevölkerungsschicht.

Dabei gibt es genügend namhafte Konzerne, wie zum Beispiel die Zulieferer der iranischen Waffenindustrie oder Khatam-Ol-Anbia, die in weiten Teilen der Öl Gas und Nahrungsmittelindustrie und dem Baugewerbe vertreten sind. Diese könnte man mit Einreisesperren in der kompletten EU versehen und mit empfindlichen Im- und Exportsperren belegen.

Die Mullahs müssen von den westlichen Ländern und den Iranern*innen gestürzt werden, bevor es zu einer erzwungenen Eskalation von unserer Seite aus bei dem Atomabkommen oder den Giftgasanschlägen kommen kann. Deswegen wünsche ich mir, wenn wir beim nächsten Mal noch mehr werden, die diese Brandherde löschen durch Teilnahme an diesen oder ähnlichen Protesten. Kuh be kuh nemireseh ama adam be adam mireseh, das bedeutet “Berg und Berg kommen nicht zusammen, aber Mensch und Mensch” und genau so können wir die Probleme in meinen Augen lösen.

ZAN ZENDIGI AZADI !!! JIN JIYAN AZADI !!!
FRAU LEBEN FREIHEIT !!!! WOMEN LIFE FREEDOM !!! FEME VIE LIBERTE !!!

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