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Üstra-Defizit wäre einfach zu vermeiden

Freier ÖPNV für Alle

Wie die Hannoversche Allgemeine Zeitung berichtet, wird das Defizit der hannoverschen Üstra in diesem Jahr mit bis zu 100 Millionen Euro doppelt so hoch ausfallen können, wie im vergangenen Jahr. Als Grund dafür werden Einnahmeausfälle aus dem Fahrscheinverkauf wegen der Corona-Pandemie benannt. [1] 

„Einmal mehr zeigt sich, dass ohne einen stetig gleichbleibenden Zustrom von Geld die finanzielle Belastungsgrenze des ÖPNV in der Region schnell erreicht ist. Dabei gäbe es eine ganz einfache Lösung: Den umlagefinanzierten Betrieb, der dann genauso wie die Müllentsorgung gesichert wäre. Wie diese könnte eine Gebühr von allen Haushalten der Region erhoben werden und damit eine stetige Finanzierung gesichert sein. So wie man heute eine Standardzahlung für das Mindestvolumen beim Müll leistet, könnte ein analoges System für den ÖPNV aufgebaut werden. Durchschnittlich wäre das immer noch günstiger, als die jetzigen Kosten für den Einzelnen [2]“, erklärt Thomas Ganskow, Vorsitzender der Piraten im Regionsverband Hannover. „Von der dann verstärkten Nutzung und der damit einhergehenden Umweltentlastung will ich hier gar nicht reden. Aber auch für die angekündigte Verkehrswende wäre es ein entscheidender Schritt.“ 

„Denkbar wäre ebenfalls, ein derartiges Modell erst einmal auf die potenziellen Nutzer einer Monatskarte A zu begrenzen. Das wären die meisten derer, die jetzt bei den Einnahmen der Üstra fehlen. Denn schließlich ist das Einsatzgebiet der Üstra weitgehend auf das diesen Bereich umfassende Gebiet ausgerichtet. Neue Zeiten zeigen neue Wege und eine Krise ist auch immer eine Chance. Es wäre jetzt der richtige Zeitpunkt, diese zu nutzen“, fordert Bruno Adam Wolf, Vorsitzender des Stadtverbandes Hannover der Piratenpartei und Mitglied der Regionsversammlung. „Aber natürlich muss weiterhin auch dann das Ziel sein, den gesamten im GVH zusammengeführten Verkehr umlagefinanziert zu gestalten. Schon heute wird er zu 43% aus Steuergeldern finanziert. [3] Mit den nun notwendigen bis zu 50 Millionen allein für die Üstra liegt dieser Anteil bei über 55%. Man könnte auch gleich über eine vollständige Steuerfinanzierung nachdenken, womit sich die Region Hannover ja gerade beim Bund bewirbt. Denn auch die Defizite der anderen Verkehrsträger RVH und DB werden steigen.“ 

Quellen:

[1] https://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Corona-Folgen-Defizit-der-Uestra-in-Hannover-koennte-sich-auf-100-Millionen-Euro-verdoppeln

[2[ https://wiki.piratenpartei.de/NDS:Hannover/TuP/OEPNV-Kosten

[3] https://www.gvh.de/fileadmin/journals/journal-september-2019/epaper/ausgabe.pdf Seite 7