Die Stadt Hannover ist gefordert – Jugendtreffpunkt erhalten

Treffpunkt in Hannover Linden für Jugendliche mit Assistenzbedürfnissen ist von Schließung bedroht.

In der Ausgabe der HAZ vom 18.12.15 (1) wird darüber berichtet, dass ein vom Stadtkirchenverband betriebenes Haus der evangelischen Jugend in Linden, in dem die Einrichtung dieses in Hannover einmaligen Treffpunktes untergebracht ist, durch den Stadtkirchenverband zum Verkauf steht.

Zurecht weist die Leiterin des Treffpunkts Ines Jüttner öffentlich in diesem Zeitungsartikel auf die vielfältigen und wichtigen Aufgaben Ihrer Einrichtung hin.

Die Piraten Hannover fordern daher die Stadtverwaltung auf, wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um diesen Treffpunkt der sozialen Kontaktpflege für eine ohnehin noch immer gesellschaftlich benachteiligte Personengruppe zu erhalten.

„Es ist im Sinne der Inklusivität wünschenswert, dass im schulischen Bereich wie auch in der außerschulischen Zeit das Zusammenleben von Menschen unterschiedlichster Dispositionen gefördert wird. Gleichzeitig gilt es aber auch, den Menschen mit Teilleistungsschwächen und Assistenzbedarf die Wahlmöglichkeit zu lassen, ob sie dieses wollen oder nicht.

Wenn das vor Auflösung stehende Projekt das einzige seiner Art in Hannover ist, wo diese Wahlmöglichkeit gelebt werden kann, ist es allein schon aus diesem Grund zu erhalten.“ sagt Thomas Ganskow, Pirat aus dem Stadtteil Linden.

 

„Am Sinnvollsten wäre natürlich, wenn die Stadt Hannover die gesamte Liegenschaft übernimmt und den Betrieb in der bisherigen Weise fortführt. Gerade erst wurde festgestellt, dass das Freizeitheim Linden ein Sanierungsfall ist. (2) Da wäre das zum Verkauf stehende Objekt sicher eine gute Alternative für die Zeit der Sanierung des Freizeitheims, um auch Räumlichkeiten für die Jugendlichen und Erwachsenen in Linden unabhängig von ihrer Konfession und bereitzustellen.“

Der Staat hat sich immer mehr aus der Verantwortung zurückgezogen und privaten und kirchlichen Trägern das Feld überlassen. Es zeigt sich einmal mehr, wie falsch es ist, soziale, medizinische und kulturelle Einrichtungen, in Trägerschaft kirchlicher Organisationen und Verwaltung zu belassen,“ergänzt Uwe Kopec, Vorsitzender des Regionsverbandes Hannover der Piratenpartei und führt weiter aus: „Die Folgen sieht man jetzt.

Wo wirtschaftliche Aspekte Oberhand gewinnen, treten menschlich-soziale Bedürfnisse und gesellschaftliche Aufgaben schnell in den Hintergrund. Dies ist einer Gesellschaft, die sich Humanität und Menschlichkeit auf die Fahnen geschrieben hat, unwürdig.

(1) http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Behindertentreff-in-Hannover-Linden-droht-die-Schliessung
(2) http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Freizeitheime-in-Hannover-stehen-vor-Runderneuerung