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Piratenpartei Hannover hält Lösung zur D-Linie von Rot-Grün für ungeeignet

Die Piratenpartei sowie die Piraten-Stadtrats- und -Regionsfraktion kritisieren scharf den rot-grünen Koalitionskompromiss zur D-Linie. Rote und grüne Rats- und Regionsspitzen hatten sich Ende Januar darauf geeinigt, die Stadtbahnlinie 10 am Goetheplatz zu teilen. Nicht nur wird damit der von Fachleuten seit langem geforderten Tunnellösung eine Absage erteilt, der oberirdische Streckenteil soll auch weiterhin, wie in den gescheiterten Regionsplänen aus dem Herbst 2012, bis zum Raschplatz ausgebaut werden. »Das ist so ziemlich der schlechteste Mix aus allen Ideen, die es zu der D-Linie jemals gegeben hat«, so Dirk Hillbrecht, baupolitischer Sprecher der Piraten-Ratsfraktion.


Michael Sylvester, Bezirksratsherr der Piraten aus Hannover Mitte, meint dazu: »Die Strecke der Linie 10 ist heute schon stark ausgelastet, deshalb sollte der Takt in der ursprünglichen Planung auf fünf Minuten verkürzt werden. Durch die Beibehaltung des alten Taktes von 7,5 Minuten wird nichts gewonnen, eine Überlastung der Linie ist schon jetzt vorhersehbar.«

Besonders die Verkehrsituation vor dem Hauptbahnhof zeigt, dass die angestrebte Lösung keine Verbesserung bringen wird. Als besonders problematisch beurteilen die Piraten das Abbiegen der Stadtbahn vor dem Hauptbahnhof in Richtung Raschplatz, wodurch die Übersicht für die Verkehrsteilnehmer eingeschränkt würde. Schon jetzt sorgen die ca. 30.000 täglichen Besucher der Ernst-August-Galerie [2] an dieser Kreuzung regelmäßig für chaotische Zustände.

Die Mehrheit aus SPD und Grünen im Stadtrat will laut HAZ vom 31. Januar jetzt ein Konzept gegen die Staus in der City entwickeln. »Das Konzept kann sich Rot-Grün gerne bei den Piraten abholen.« so Marc Herrmann, Bezirksratsherr der Piraten im Bezirksrat Döhren/Wülfel. »Bevor uns SPD und Grüne ein ähnliches Milliardengrab wie Elbphilharmonie oder Stuttgart 21 durch den unsachgemäßen Ausbau der D-Linie beschert, sollten sie sich die Pläne zum Ausbau des D-Tunnels anschauen.«

Den Ausbau des D-Tunnels fordern die Piraten in Hannover bereits in ihrem Kommunalwahlprogramm [3]. Unterstützt werden sie dabei unter anderem von der Bürgerinitiative Pro D-Tunnel [4]. Die Scheelhase-Lösung wäre hier ein Kompromiss gewesen, der auch von der Rats- und Regionsfraktion der Piraten unterstützt wird. Stadtrat Dirk Hillbrecht dazu: »Angesichts der immensen Kosten der von rot-grün angedachten oberirdischen Lösung erscheint es wie Hohn, dass ausgerechnet die Finanzen vorgeschoben werden, um den Stadtbahntunnel zwischen Goethe- und Raschplatz schlechtzumachen. Mit einer fußgänger- und radfahrergefährdenden Bimmelbahn mitten in der City ist niemandem geholfen. Es bleibt zu hoffen, dass der rot-grünen Schnapsidee schleunigst der Riegel vorgeschoben wird.«

Quellen:
[1] http://www.haz.de/Hannover/Themen/D-Linie-Hintergrund-zum-Stadtbahn-Streit/Rot-Gruen-einigt-sich-bei-D-Linie
[2] http://www.ernst-august-galerie.de/b2b/vermietung/
[3] http://www.piratenhannover.de/category/themen/programm/verkehrspolitik/
[4] http://pro-d-tunnel.de/

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Piratenpartei Deutschland – Regionsverband Hannover
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Ylva Meier
Pressesprecherin

Ronja Hollstein
Pressesprecherin

1 Kommentar zu “Piratenpartei Hannover hält Lösung zur D-Linie von Rot-Grün für ungeeignet

  1. Die Teilungslösung für die Linie 10 bedeutet erhebliche Nachteile für die Fahrgäste der Linien 3, 7 und 9. Insbesondere die Linie 9-Fahrgäste hätten im Falle einer Teilungslösung auf die morgendlichen Verstärkerzüge verzichten müssen. Und auch für die 10 wären die Verstärkerzüge eingestellt worden. Es sei denn man hätte beide, die der Linie 9 und der Linie 10 oberirdisch in die Stadt fahren lassen.
    Die Üstra hat zwar schon seit langem behauptet, es sei technisch möglich, dass die Hälfte der Linie 10 Züge ganztags durch den A-Tunnel fahren könnten, aber die Üstra hat nie auch nur einen Ton dazu gesagt, was das für andere Linien bedeutet hätte. Auf direkte Nachfrage habe ich nur ausweichende Antworten erhalten:

    Frage an Üstra-Kundencenter:
    Was wird aus den morgendlichen Verstärkerzügen der Linie 9, im Falle einer Teilungslösung?

    Antwort:
    Es ist ja noch gar nichts derartiges beschlossen.

    Es ist traurig, dass sich Hannovers Piraten an den längst im Ruhestand befindlichen U-Bahn-Papst Hannovers klammern. Denn der sieht mittlerweile sein Ziel nicht mehr darin, guten ÖPNV anzubieten, sondern ausschließlich nur noch darin, die Straßenbahn von Hannovers Innenstadtstraßen zu putzen. Deshalb genügt ihm ja auch eine Teilungslösung mit Endhaltestelle Steintor für den oberirdischen Ast.
    Das entspricht einem längst überholten Verkehrskonzept, demzufolge der U-Bahnbau oberirdisch den Platz schafft für einen Autoverkehr, der sich im stetigen Fluss befindet. Sowas gibt’s, wenn’s überhaupt mal phasenweise irgendwo klappt, allenfalls auf Autobahnen.
    In Hannover dagegen stockt und staut sich der Autoverkehr sowohl auf der Marienstraße als auch auf der Hildesheimer regelmäßig besonders zu den Verkehrsspitzenzeiten. Und unter beiden Straßen fahren die Straßenbahnen unterirdisch auf kostspieligen Tunnelstrecken mit kostspieligen U-Bahn-Haltestellen und vielen Nachteilen für die ÖPNV-Kunden im Vergleich zu einer oberirdischen Straßenbahn. Die auch schnell vorankommt, wenn sie wo möglich ihr eigenes Gleisbett befährt (so was ist ja schließlich kein Stadtbahnen-Privileg) und durch eine Autoverkehrslenkung unterstützt wird, die nicht dazu führt, dass der MIV die Straßenbahn blockiert.
    Beide Faktoren sind ausschlaggebend für die geplante Erneuerung der oberiridischen Linie-10-Führung.

    Und was fordern die Piraten in dieser Situation? Noch mehr von der völlig überteuerten und doch gleichzeitig nachweislich absolut wirkungslosen Medizin gegen den Autoverkehrs-Infarkt: U-Bahn-Bau.
    Und die Piraten gefallen sich in ihrer Rolle als verlängerter Arm des ADAC und der IHK und sagen den Grünen den Kampf an.
    Es ist gut, dass nun eine oberiridsche Linienführung mit Endpunkt Raschplatz für die 10 angestrebt wird. Freilich wäre eine Niederflurvariante entweder auf der bisherigen Strecke zum Aegi oder durch die Postunterführung über die Berliner-Allee bis zum Platz der Kaufleute und einer Verlängerung durch die Sallstraße weitaus erfreulicher, kundenfreundlicher, zukunftsfähiger und nicht zuletzt aus ökonomischen und ökologischen Gründen die klar bessere Lösung.

    Es ist schade, dass die Piraten so gar nichts in diese Richtung beigetragen haben, sondern bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit gegen den angeblichen Mangel an Freiheitsbewusstsein bei den Grünen polemisierten. Wessen Freiheit, frage ich die Piraten, verteidigt Ihr denn? Die “Freiheit” als ÖPNV-Nutzer im Tunnel fahren zu müssen? Damit sich oben ungebremst der Autoverkehr austoben kann?

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